1926 – 1932
Die Gründungszeit (1926 – 1932)
Begonnen hat die Geschichte unseres Posaunenchors schon Ende 1925 mit dem Wunsch des damals 15-jährigen Gottlob Remppis, sich eine Flöte zu kaufen. Durch seine Lehre in Oberboihingen hatte er Verbindung zum dort bereits bestehenden Posaunenchor. Der Pfarrerssohn Richard Lörcher, der spätere Landesposaunenwart im Westdeutschen Jungmännerbund, ermunterte ihn, sich anstelle der Flöte ein Kuhlohorn zu kaufen. Ohne Zögern ging Gottlob Remppis das Risiko ein. Das Horn kostete 90 Reichsmark, eine gewaltige Summe, wenn man bedenkt, dass ein Arbeiter damals einen Stundenlohn von etwa 45 Pfennig hatte. Wenig später beschafften sich auch Imanuel Pfisterer, Wilhelm Stephan und Otto Beckmann ebenfalls solche Instrumente. Nachdem jeder zu Hause die Tonleiter eingeübt hatte, trafen sie sich am Dittenbach und übten zusammen den Choral: “Der Herr
ist gut, in dessen Dienst wir stehn …”
Weitere Übungsstunden wurden reihum in den Wohnungen oder im Steinbruch in der Greuth abgehalten. Bald schon blies man, der Chor vergrößerte sich rasch, alle zwei Wochen sonntags vom Turm, bis dann an Pfingsten 1926 zum ersten Male (nach etwa 3 Monaten Übungszeit) in der Kirch geblasen wurde.
1927 zählte der Chor bereits 8, 1930 dann 14 Bläser. Es bestand also ein großer Bedarf an Instrumenten. Vom Posaunenchor in Grötzingen, dem bald ach seiner Gründung wieder die Luft ausgegangen war, wurde ein Piston-Horn gekauft. In Illingen konnte für 165 Reichsmark ein großer Bass, ein so genanntes Bombardon, gebraucht erstanden werden. Die kostbare, empfindliche Fracht wurde von Imanuel Pfisterer und Adolf Heinzelmann mit Fahrrädern auf dem Buckel nach Unterensingen transportiert.
Das Entstehen des Unterensinger Posaunenchors muss im Zusammenhang gesehen werden mit der Geschichte der evangelischen Jugendarbeit am Ort
1921 hatte Pfarrer Wacker einen “Jünglingsverein” in Leben gerufen, der unter seiner Leitung zweimal wöchentlich zusammenkam. Nachdem die Brüder Fritz und Otto Stephan (vom Eispert) von ihrer Handwerksburschenzeit in Düsseldorf, wo sie die dortige Jugendarbeit kennen gelernt hatten, zurückkamen, übernahm Fritz Stephan verantwortlich den Vorsitz der Jugendarbeit.
Aus den Erzählungen der damaligen Mitglieder und aus den Protokollen wird deutlich, daß die Posaunenbläser Mitglieder im Jungmännerwerk waren und die Posaunenarbeit Sache des ganzen Vereins war. So haben z. B. alle, Bläser wie Nichtbläser, zusammen gelegt, um die teuren Instrumente zu beschaffen.
Der erste Chorleiter war Imanuel Pfisterer, der sich von Anfang an intensiv auf Lehrgängen fürs Blasen und Dirigieren schulte. Bei einem Chorleiter-Lehrgang im Monbachtal lernte er de so genannten “Posaunengeneral” Pastor Kuhlo, von dem das Kuhlohorn seinen Namen hat, kennen. Dieser schrieb ihm in sein neu erstandenes Posaunenbuch, die “Bundesklänge”, eine Widmung hinein. Zeitweilig war Imanuel Pfisterer auch Bezirksposaunenwart des Nürtingen Kirchenbezirks.
