1933 – 1945
Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg (1933 – 1945)
Oft nahm der Chor aktiv an Veranstaltungen außerhalb der eigenen Gemeinde teil Geblasen wurde auf Einladung unter anderem in Neckarhausen, Neckartailfingen, Köngen, Grötzingen, Neuffen, Ötlingen, Wendlingen. Anlässe gab es genug: Einweihungen von neuen Gemeindehäusern, Kinderfeste, Treffen. Pfarrer Wacker wurde nach seinem Weggang oftmals in Winnenden besucht und ihm dabei jeweils ein Ständchen geblasen. Pfarrer Dessecker, der in Unterensingen Vikar gewesen war, wurde in Nattheim bei Heidenheim besucht. Alle diese Fahrten wurden selbstverständlich mit dem Fahrrad durchgeführt.
Bei auswärtigen Festveranstaltungen marschierten die Bläser oft in Festzügen mit, und deshalb wurde 1932 auf Feldwegen im Gleichschritt ein Marsch eingeübt. Als allerdings die SA 1933 den Posaunenchor aufforderte, bei ihren Veranstaltungen Märsche zu blasen, lehnte dies Imanuel Pfisterer ab mit dem Hinweis, das könnten sie nicht.
Das Dritte Reich war eine Zeit der Entscheidung und schwerer Anfechtungen für den örtlichen CVJM und den Posaunenchor. So mancher trat auf die andere Seite über. Der Chor schrumpfte, konnte aber weiterhin seinen Dienst ausüben.
Von Anfang an nahm man an den Landesposaunentagen teil:
1926 also im Gründungsjahr, war Imanuel Pfisterer in Herrenberg dabei; dort trafen sich 500 Bläser
1933 der ganze Chor in Reutlingen, da waren es schon 1500 Teilnehmer
1935 in Ludwigsburg
1937 in Tübingen, wobei auch Posaunengeneral Kuhlo teilnahm, der auf der Festwiese ein Fügelhornsolo blies.
1939 in Esslingen. Dieser Posaunentag wurde von der Partei 2 Tage vorher verboten. Er wurde aber doch durchgeführt, weil das Verbot den Chören nicht mehr mitgeteilt werden konnte. Dieser elfte Landesposaunentag war für lange Zeit der letzte. Der Krieg brachte die Posaunenarbeit infolge
von Einberufungen und dem Verbot der freien Verbände fast völlig zum Erliegen. Als 1946 zum ersten Nachkriegs-Landesposaunentag nach Ulm gerufen wurde, wo er seither alle zwei Jahre stattfindet, waren schon wieder Bläser aus Unterensingen dabei, wie auch regelmäßig an allen folgenden. Durch die Einberufungen bald nach Kriegsbeginn wurde die örtliche Posaunenarbeit für Jahre unterbrochen. Auch nach dem Krieg konnte die Posaunenarbeit nicht gleich fortgesetzt werden. 4 Bläser kehrten nicht mehr heim; sie sind gefallen: Adolf Dressler, Adolf Heinzelmann, Gustav Maier und Christian Melchinger. Andere kamen erst später aus der Gefangenschaft.
