2005 – 2011
Im Jahr 2005 hieß es aber auch Abschied nehmen von André Stoll, der in die Gegend von Hannover zog. Über fünf Jahre war er unser Dirigent und hat den Chor vorangebracht. Vielen Dank an André Stoll für die gute Zusammenarbeit. Übergangsweise nahmen Anne Barbara Metzger und Markus Kemmner das Amt des Dirigenten, aber schon bald wurde ein neuer gefunden. Nach den Sommerferien leitete Hans-Peter Buck seine erste Probe in Unterensingen.
Für Hans-Peter gab es schon im ersten Jahr zahlreiche Auftritte, so zum Beispiel ein Ständchen zur Wiedereröffnung des Unterensinger Supermarktes KommIn. Dieser Lebensmittelladen im Ort ist besonders für ältere Mitbürger und nicht mobile Unterensinger sehr wertvoll. Am 09. Juli fand das Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde statt. Dieses Jahr im und ums Gemeindehaus, denn das Wetter war herrlich. Am 13.10.2006 gab es auch noch etwas nie da Gewesenes in Unterensingen: Johanna Keppeler feierte ihren 100. Geburtstag! Klar, dass der Posaunenchor hier nicht fehlte und ein Ständchen spielte.
Schon im Jahr 2006 gab der Posaunenchor wieder ein großes Konzert. Die Arbeit von Hans-Peter Buck macht sich auch besonders bei den vielen Jungbläsern bemerkbar, die er selbst unterrichtet.
Im Jahr 2007 verstarb unser langjähriger Bläser und Dirigent Karl Allgaier. In seinen 35 Jahren als Dirigent hat er wie kein zweiter den Chor geprägt. Wir trauern sehr um unseren Karl. Bei der Beerdigung 29.03.2007 spielten nahezu alle Bläser aus Unterensingen, aber auch aus der ganzen Umgebung, denn Karl war im ganzen Bezirk bekannt und geschätzt.
2007 wurde das nun schon 4. Kuhroulette veranstaltet. Am wahrscheinlich schönsten Tag des Sommers kamen 1500 Besucher und wollten das Kuhroulette mitverfolgen. Ein voller Erfolg für den Posaunenchor, nicht nur, weil jetzt neue Instrumente gekauft werden können und der Chorleiter mitfinanziert wird. Vielmehr wird der Chor im Ort und in der Region immer bekannter.
Im Jahr 2008 hatte der Posaunenchor wieder einmal die Ehre beim Landesposaunentag in Ulm im Münster zu spielen. Dies ist jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis in dieser wunderschönen Kirche zu spielen. Auch wenn das Aufstehen so früh am Morgen einigen schwer fiel, gelohnt hat sich der Tag in Ulm allemal. Nach dem Gottesdienst gab es eine Rote Wurst, Kuchen und Kaffee im Haus der Begegnung. Verschiedene Platzkonzerte von Bach bis zu neuen Liedern (manchmal sogar gleichzeitig) verkürzten die Zeit bis zum großen Abschlussevent auf dem Münsterplatz. Und wenn zwischen 6000 und 9000 Bläsern das Gloria spielen – wer bekommt da keine Gänsehaut.
Schon fast eine kleine Tradition ist der gemeinsame Gottesdienst der beiden Kirchengemeinden aus Unterensingen und Zizishausen. Auf dem Bergle zwischen den beiden Orten findet der Gottesdienst im Grünen statt. Bei herrlichem Wetter und einem großen Posaunenchor wurde der Gottesdienst gefeiert.
Eine herrliche Kulisse im Hof der Michaelskirche, eine tolle Akustik und bestes Wetter waren optimale Voraussetzungen für unser Sommerkonzert im Jahr 2008. Jetzt musste nur noch der Posaunenchor seinen Teil dazu beitragen. Und das tat er: Angefangen mit einer Fanfare der Jungbläser übernahm der große Chor dann und spielte verschiedene Choräle (Geh aus mein Herz, Alles was ihr tut…). Danach griffen wieder die Jungen in das Geschehen ein und begeisterten die Zuhörer mit “Raindrops falling on my head” und “Mein kleiner grüner Kaktus”. Nun blies der Posaunenchor zum Finale mit unvergleichlichen Swing- und Sambarhythmen. Spätestens jetzt waren alle in der richtigen Stimmung für ein Gläschen Sekt und einen kleinen Snack.
Das Jahr 2009 sollte wieder ein ereignisreiches Jahr werden. Wieder wirkte der Posaunenchor bei der Sommerserenade mit. Diesesmal konnte man den musikalischen Leckerbissen aber in der Michaelskirche lauschen. Ein Team aus dem Chor fand sich wieder zusammen und organsierte das Kuhroulette. Nach fast 8 Monaten Vorbereitung war es endlich soweit: Kuhroulette 2009. Herrliches Wetter, gut gelaunte Bläser und ein nie da gewesener Menschenstrom, der sich um das große Feld bewegte. So viele Gäste waren noch nie da! Über 1500 Menschen verfolgten das Spektakel und mittendrin der Posaunenchor. Am Ende war es auch finanziell das erfolgreichtse Kuhroulette und alle blickten zufrieden zurück auf einen schönen Tag.
Mitten in den Vorbereitungen zum Weihnachtskonzert gab Hans-Peter Buck seinen Abschied aus Unterensingen bekannt. Ein Schock für den Chor, denn alle verstanden sich gut mit ihm und auch er fühlte sich sehr wohl. Allerdings wollte unser Hans-Peter es noch einmal wissen und seine Profikarriere als Trompeter weiter ausbauen. Beim großen Konzert wurde er dann verabschiedet. Mal laut, mal leise, mal rhythmisch und schnell ging es an diesem Abend zu. Als Kontrast dazu folgten dazwischen auch zwei Choräle. Bei so viel Abwechslung war für jeden etwas dabei. Begonnen hat das Konzert mit einer Choralpartita mit dem Thema „Macht hoch die Tür“. Und wenn Christen loben, Hirten kommen, kleine Jungs trommeln und die Engel frohe Kunde bringen, dann ist es einfach zu erraten, welche Lieder der Posaunenchor seit den Sommerferien einstudiert hat. Zwar warten alle auf das Weihnachtsfest, doch mit „Last Christmas“ spielte der Posaunenchor einen dieser Ohrwürmer, den man zu dieser Zeit einfach nicht mehr los bekommt. Auch die Jungbläser kamen zum Einsatz und begeisterten mit Hits wie Jingle Bells und Feliz Navidad. Dieses Jahr ging der Erlös des Konzerts an ein Hilfsprojekt der Polarlysstiftung. 1050€ gehen nun in das Projekt „The Nest“ in Kenia. Hier werden Mütter und Kinder in Not unterstützt um wieder Licht und Hoffnung in ihr Leben zu bringen. Wer mehr wissen möchte kann sich unter www.thenesthome.com weiter informieren. Traditionell waren alle Zuhörer noch ins Backhaus eingeladen. Bei Salzkuchen und Brot, warmen und kalten Getränken ging der Abend gemütlich zu Ende.
Was wäre Weihnachten ohne das traditionelle Kurrende-Blasen. Gestartet wurde im DaHeim in der Ortsmitte. Bläser haben bei der Weihnachtsfeier für Ältere und Alleinstehende gespielt. Am 1. Weihnachtsfeiertag spielte der Chor in der Kirche und abends trafen sich einige Bläser und spielten auf dem Hauptbahnhof in Stuttgart für Brot für die Welt. Was für ein toller Klang in den Bahnhofshallen. Viele Reisende blieben stehen und hörten zu, vergasen kurz den Stress und die Hektik und kamen zur Besinnung. Am 2. Weihnachtsfeiertag wurden die Unterensinger mit Weihnachtsliedern in die Kirche begleitet. Mehrere Bläser spielten auf dem Kirchturm.
Es ist soweit: nach mehrmonatiger Suche kann der Posaunenchor endlich seinen neuen Dirigenten präsentieren: Jens Bracher studierte Trompete in Freiburg im Breisgau, New York City (Manhattan School of Music) und Stuttgart, wo er sein künstlerisches und pädagogisches Diplom ablegte. Am 15. April wird er seine erste Probe in Unterensingen halten. Sie wird um 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche sein. Wir freuen uns auf Jens Bracher und viele schöne Proben zusammen mit ihm. Vielen Dank an unser “Dirigentensuchteam”, das seit Anfang 2010 intensiv nach einem Nachfolger von Hans-Peter Buck gesucht hat. Vielen Dank auch an unsere Übergangsdirigenten Anne-Barbara, Judith und Markus.
Im Pflegeheim „Daheim“ wird der Posaunenchor immer öfter gesehen und gehört. Viele Menschen wünschen sich ein Ständchen zum Geburtstag. Gleich sechs Mal war der Posaunenchor in diesem Jahr in der Ortsmitte und spielte. Pfarrer Thomas Thiel erkrankte schwer am Hanta-Virus und erholte sich nur langsam – auch hier spielte der Posaunenchor.
Mit Jens Bracher kamen auch neue Jungbläser und so hat der Posaunenchor seit vielen Jahren einmal wieder Erwachsene, die neu ein Instrument lernen. Carolin Pütz, Birgit Dettinger und Tamara Gähr sind fleißig am üben und werden vielleicht in 2011 an Weihnachten schon beim Kurrendeblasen dabei sein.
Zwei Monate nach seinem Geburtstag verstarb Adolf Seel. Lange hatte er im Posaunenchor mitgespielt und freute sich immer, wenn wir kamen. Bei seiner Beerdigung begleitete der Posaunenchor.
Im Juli fand das Sommerfest des Posaunenchors statt. Besser kann es eigentlich nicht sein: Sonne, eine leichte Brise, ein Platz unter Bäumen, jede Menge leckere Sachen vom Grill und Salatbuffet. Fast alle Bläser kamen mit Familie auf die Wiese von Thomas, der extra vorher gemäht hatte. Schon kurz nach dem Beginn war klar: auf diesem Grün muss Fußball gespielt werden. Alt gegen jung. Und so spielten alle über 28jährigen gegen die Jungscharsportler und Fußballer… Zumindest die zweite Hälfte entpuppte sich als knappes Spiel. Doch es blieb auch Zeit zum gemütlichen Beisammensitzen und Schwätzen. Und das ganze Fest hat einmal mehr gezeigt, dass alle gerne im Posaunenchor spielen. Selbst wenn die Lust mal nicht so groß ist – dann ist die Freude, die anderen Bläser zu sehen umso größer und man kommt doch.
Ganz ungewohnt: Für die Instrumente beim Bowlen (Kugeln) brauchten wir zwar drei Finger, aber anstatt die Klappen oder Ventile zu drücken, mussten wir sie in die drei Löcher stecken und dann auch noch alle Kegel abräumen. Gar nicht so einfach. Doch bald schon hatten alle den Schwung raus. In die Knie gehen, nicht übetreten, genau zielen, … und: STRIKE! Alles abgeräumt. Das Dreambowl-Center in Metzingen war der ideale Ort für dieses Posaunenchor-Event. Gleich drei Bahnen hatten wir gemietet und auf jeder spielten sieben oder acht Bläserinnen und Bläser. Neben dem Bowlen blieb auch noch genügend Zeit um sich über mehr als nur den letzten Wurf zu unterhalten. Und so wurde es ein richtig schöner, abwechslungsreicher Abend. Danke an die Organisatoren: So etwas darf es gerne wieder geben!
Die Demonstrationen zum umstrittenen Bahnprojekt „Stuttgart 21“ halten an, doch an den Weihnachtstagen ist es ruhig und einige Unterensinger Posaunenchörler machten sich auf den Weg in die Bahnhofshalle und spielten zwei Stunden lang Weihnachtslieder. Hier kann jeder hautnah erleben wie diese Klänge Augen, Ohren und Herzen öffnen können – ein ganz besonderer Dienst am 25. Dezember.
Nach 9 Monaten verlässt uns Jens wieder. Eine neue Anstellung an einer Musikschule in Herrenberg lässt sich nicht mehr mit seinem Dirigentenamt in Unterensingen vereinen. Sein Nachfolger ist Jan Sebastian Melzer. Geboren in Kiel und 26 Jahre alt. Vom 01.03.2011 bis 31.07.2011 erlebt der Posaunenchor eine tolle Zeit und viel Freude an der Musik zusammen mit Jan Sebastian. Völlig unerwartet teilt Jan uns mit, dass er wegen seines Studiums nicht mehr in Stuttgart weiter machen kann und er jetzt leider nach Braunschweig gehen muss. Deshalb kann er selbstverständlich auch nicht mehr den Posaunenchor dirigieren. Ende Juli verabschiedeten wir uns von Jan mit einem schönen Sommerfest am (und vor allem wegen des Regens) im Gemeindehaus. Jetzt sucht wieder ein Team nach einem neuen Dirigenten. Nach den Sommerferien ist es vielleicht schon wieder soweit.
Das große Kuhroulette steht wieder an. Im Jahr 2001 wurde das erste veranstaltet, das heißt, dass wir jetzt 10 Jahre Kuhroulette feiern können. Jan Sebastian ist extra aus Braunschweig angereist und dirigiert noch einmal den Posaunenchor. An diesem wunderschönen 11. September mit hochsommerlichen Temperaturen strömen viele Posaunenchorfreunde auf das Sportgelände. Noch nie wurde am Ende mehr Geld für die Arbeit des Chors verdient. Es war ein sehr schöner Tag für alle.
Nach kurzer Suche und zwei Proben mit möglichen neuen Dirigenten hat sich der Posaunenchor für Jan-Benjamin Homolka entschieden. Jan-Benjamin dirigiert neben dem Posaunenchor auch noch den Kirchenchor in Uhingen. Er studiert zurzeit Schulmusik mit Leistungsfach Dirigieren (Chor- und Orchesterleitung) und BA(Bachelor) Horn mit Profil Blasorchesterleitung (das er im Juni abgeschlossen hat), außerdem hat er auch die evangelische C-Ausbildung gemacht. Gespannt sind wir jetzt auf die ersten Proben mit Jan-Benjamin.
Voller Zuversicht blicken wir nach vorne auf die nächsten Jahre. Und wir blicken dankbar zurück auf die vielen abwechslungsreichen Jahre der Posaunenarbeit in Unterensingen. Wir verstehen unsere Arbeit so wie Johann Sebastian Bach, der über alle seine Werke das Kürzel S.D.G. geschrieben hat: Soli Deo Gloria, Gott allein die Ehre.
