1946 – 1990
Die Zeit nach dem Krieg bis zur Wiedervereinigung (1946-1990)
Doch in Oberboihingen regte sich schon wieder etwas. Fritz, Otto und Wilhelm Stephan sowie Viktor Ziegler waren über die sich wieder neu formierende Jugendarbeit auf Bezirksebene zum Oberboihinger Posaunenchor gestoßen und nahmen nun dort an den Übungsstunden unter Leitung von Otto Koch teil. Das war 1946.
Bald gesellten sich weiter Anfänger und als einziger Vorkriegsbläser Gottlob Remppis dazu, so dass die Übungsstunden wieder selbständig in Unterensingen abgehalten werden konnte. Otto Stephan leitete jetzt den Chor. Imanuel Pfisterer, der anfangs mit Rat und Tat dem wieder gegründeten Chor zu Verfügung stand, zog sich dann aus dem aktiven Dienst zurück. Er war in der Zwischenzeit Unterensinger Bürgermeister geworden.
1952 wurde Wilhelm Stephan Chorleiter, der dieses Amt mit Humor und der ihm eigenen Güte bis zu seinem Wegzug nach Wolfschlugen 1964 ausübte. Auf die bisher längste Amtszeit in der Geschichte des Unterensinger Posaunenchors kann Karl Allgaier zurückblicken, der seither dem Chor vorsteht.
Als 1976 das 50-jährige Jubiläum gefeiert wurde, zählte der Chor 20 Bläser. Heute sind wir etwa doppelt so viel (darunter auch etliche Frauen und Mädchen), das Resultat einer konsequenten Jungbläserschulung, von unserem Chorleiter Karl Allgaier, Kurt Krämer und Fritz Metzger mit viel Einsatz und Geduld begonnen und mittlerweile ebenso einsatzfreudig von Thomas und Susanne Pfisterer sowie Bernd Krämer betrieben.
Heute wie früher beschränkt sich der Bläserdienst nicht nur auf die eigene Gemeinde, wo die Mitwirkung im Gottesdienst, das Blasen bei den Geburtstagen der Alten, bei Beerdigungen, Altenmittagen, bei Gemeinde- und Dorffesten sozusagen zum Bläser-Alltag gehört. Im Lauf der Jahre gab es immer wieder Bläsereinsätze in umliegenden Orten, bei Evangelisationen, im Krankenhaus und im Altersheim sowie bei Gottesdiensten im Grünen.
Einmal im Jahr, in der Regel am Erscheinungsfest, blasen wir in der katholischen Kirche; ein Stück gelebter Ökumene am Ort.
Doch auch weiter reichen die Beziehungen. Mit dem Posaunenchor aus Reichenbach im Odenwald wurden schon dort und hier in Unterensingen gemeinsam Gottesdienst gefeiert und gemütliche Stunden verbracht.
Auch die Beziehungen zu unseren Patengemeinden in Thüringen: Friemar, Pferdingsleben und Tröchtelborn wurden durch den Einsatz des Posaunenchors bereichert und gefestigt. Besondere Erlebnisse waren dabei die Veranstaltungen gemeinsam mit den dortigen Sängern, unserem Kirchenchor und den Bläsern aus Gotha. Durch die Wiedervereinigung ist der mit diesen Besuchen oft verbundene Nervenkitzel weggefallen; jetzt können wir uns wieder ohne Formalitäten und Hemmnisse begegnen.
